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14.10.2021 15:07 Alter: 4 days
Kategorie: News DJJV, Aus- & Fortbildung, DJJV, Breitensport Aus- & FortbildungDJJVBreitensport

DPSK und DJJV treffen sich beim 50. Internationalen DJJV Bundesseminar


Auf Einladung des Präsidenten des Deutschen Ju-Jutsu-Verbandes (DJJV) Roland Köhler, kam der Fachwart für Selbstverteidigung, Judo und Ju-Jutsu des Deutschen Polizeisportkuratoriums (DPSK), Johannes Daxbacher, in die Sportschule Bad Blankenburg, um sich mit den Verantwortlichen des DJJV zu intensiven Gesprächen aber auch zum praktischen Austausch zu treffen.

Präsident Köhler freute sich über diese erstmalige offizielle Begegnung mit dem DPSK, begrüßte Johannes Daxbacher vor den etwa 220 Teilnehmern und stellte ihn zudem als „Special Guest Trainer“ mit einer Judo-Trainingseinheit vor.

Bei den intensiven Gesprächen nahmen neben dem DJJV-Präsidenten Roland Köhler u.a. teil:
Günter Beier (Ju-Jutsu Präsident Baden), Michael Korn (Vizepräsident Europäischer Ju-Jutsu-Verband), Joachim Thumfarth (Welt-Ju-Jutsu-Verband), PHK Ralf Pfeifer, POR Marcel Kelm, EPHK Jörg Schmidt, KHK Erich Louris, PHK a.D. Hans Radke, PHK a.D. Uli Muchow. Der Gesprächsrunde gehörten auch Polizeikollegen an, die sich entweder selbst als Selbstverteidigungstrainer oder als Fachwarte für die Polizeisportkuratorien (PSK) in ihren Bundesländern engagieren.

Das Hauptthema waren die Deutschen Polizeimeisterschaften (DPM) im Ju-Jutsu, die im Wettkampfkalender des DPSK ein fester Bestandteil sind und alle zwei Jahre durchgeführt werden. Die letzte DPM, die 2019 in der Sportschule Steinbach in Baden-Württemberg ausgetragen wurde, konnte in diesem Experten-Kreis detailliert nachbesprochen werden. So waren eine starke Teilnehmerzahl aber auch eine hohe sportliche Qualität bei den vielen Polizei-Ju-Jutsuka zu sehen. Bei dieser DPM konnte erstmals neben dem „Ju-Jutsu-Wettkampf“ auch die Disziplin „Ne-waza – Bodenkampf“ erfolgreich und mit großer Resonanz eingeführt werden. Johannes Daxbacher bedankte sich beim DJJV für die stets unkomplizierte Unterstützung bei der Durchführung der bisherigen Polizeimeisterschaften und freute sich über die Zusage zur weiteren Kooperation u.a. mit dem erforderlichen Equipment aber vor allem auch mit der Stellung von qualifizierten Kampfrichtern.

Das Resümee von Meisterschaften war unisono, dass die Polizei-Wettkämpfer, gerade in den Zweikampfsportarten über eine große technische Qualität wie psychische Belastbarkeit und Stabilität verfügen. Gerade diese durch langjähriges Training und zumeist mit hohem privatem Engagement erlernte Expertise ist für die polizeiliche Konfliktbewältigung von großem Vorteil. Solche gut ausgebildeten Polizei-Wettkämpfer bzw. -kämpferinnen sind sicherlich auch für die Aus- und Fortbildung gut einsetzbar, haben sie doch langjährige praktische Erfahrung im Umgang mit „körperlichen Widerständen“ und können ihre Stärken und Schwächen gut einschätzen.

Die Gesprächsrunde bedankte sich auch im Namen des DJJV auf das Herzlichste bei Johannes Daxbacher, für die aufgebrachte Zeit und die sehr informativen Hinweise.

Polizei und Ju-Jutsu, zwei die sehr gut zusammenpassen. Darüber waren sich alle Beteiligten einig.

Polizei und Ju-Jutsu, zwei die gut zusammenpassen.

Traditionsbedingt ist Ju-Jutsu sehr eng mit Polizei und Strafverfolgungsbehörden verbunden.

1967 war das Bundesinnenministerium bemüht, eine neue Selbstverteidigung für Behörden zu finden. Eine Gruppe Dan-Träger aus dem DDK wurde beauftragt eine moderne Selbstverteidigung zu formen, welche an die damalige Zeit und den Herausforderungen und Ansprüchen von Behörden angepasst werden konnte. Das Ergebnis ist als Ju-Jutsu in fast 1000 Vereinen in Deutschland zu trainieren.

War Ju-Jutsu über viele Jahrzehnte in fast allen Polizeiausbildungen fester Bestandteil, so führten politische Entwicklungen in vielen Ländern zum völligen Verlust des Schulterschlusses mit Ju-Jutsu.

Auf dem Bundesseminar 2021 in Bad Blankenburg trafen sich die zuständigen Vertreter des DJJV, um eine strategische Aufarbeitung der Zusammenarbeit mit den behördlichen Vertretern in den Ländern zu erörtern.

Mit Johannes Daxbacher (PHK), der wichtigsten Verbindungsperson zum Wettkampfsport und Selbstverteidigung im Polizeisportkuratorium, konnten wir eine der Schlüsselfiguren im Polizeisport zum Gespräch gewinnen.

Günter Beier, Pr. JJVB, eröffnete die Runde und stellte den aktuellen Sachstand des Ju-Jutsus innerhalb der Polizei, anhand des Landes Baden-Württembergs vor. Innerhalb der Ausbildungen findet man keine Verbindungen mit Ju-Jutsu. Einzig die Polizeimeisterschaft im Jahr 2019 auf der Sportschule Steinbach zeigte, wie tief der Sport und das System noch eine Verbindung in die aktiven Dienstgruppen hat. Dies rührt aber aus Einzelleistungen unserer polizeilichen Mitglieder.

Johannes Daxbacher erklärte die wesentlichen Zusammenhänge des Sportes und der Vorgaben des Polizeisportkuratoriums. Hieraus konnten wichtige Impulse für die weitere sportliche Betreuung der Wettkämpfe und der Zusammenarbeit mit dem DJJV gefunden werden. Ein wichtiger Punkt dabei, die Gewinnung von externen Kampfrichtern, um hochwertige Kämpfe durch Schiedsrichterleistungen besser unterstützen zu können.

Ralf Pfeifer (PHK) und Marcel Kelm (POR), beide Angehörige sowohl von Spezialeinsatzkräften als auch der AG SV innerhalb des DJJV, erklärten mit Nachdruck, wie wichtig für einen professionellen Umgang mit Gewalt das Training unter Hochstress und Dynamik ist. Die Szenarien Trainings der AG SV, welche über bestens ausgebildete Rollenspieler verfügen, ermöglich Training ohne Trainingsnarben.

Die Vermeidung von schlechten Bildern, in denen unerfahrene Polizisten durch Überforderung zu zielloser Gewalt greifen, muss langfristig durch ein besseres Trainingsangebot innerhalb der Ausbildungen und Dienstsports vermindert werden.

Jörg Schmidt (EPHK) und Erich Louris (KLK) , beide AG Polizei im DJJV, brachten noch einmal das jährliche Polizei- und Behördenseminar in die Diskussion. Dort können sich Mitglieder der Berufsgruppen behördlicher Sicherheit auf breit aufgestellter Ebene aus- und weiter bilden. Besonders der länderübergreifende Austausch der Dienstgruppen ist Ziel des Seminars. Leider werden Freistellungen für diese berufliche Fortbildung oft unterschiedlich gehandhabt. Eine bessere Akzeptanz könnte über eine einheitliche Regelung der Freistellung vom Dienst erreicht werden.

Michael Korn, VP Jugend im DJJV, bestätigte die Wichtigkeit, die der Schulterschluss mit der Polizei besonders in der Jugendarbeit ausübt. Polizei bedeutet immer ein Vorsprung an Seriosität.

Hans Radke (PHK i.R.), zog den Schulterschluss zu den Vereinen. Viele Ju-Jutsu Vereine entstanden aus den Polizeisportgruppen und den Polizeisport Vereinen. Wieviel hier noch an Ju-Jutsu Gruppen existiere müsste noch einmal statistisch aufgearbeitet werden.

Uli Muchow (LJL i.R.), VP Leistungssport und Mitglied der AG SV im DJJV sah ein großes Leistungsspektrum, welches der DJJV mit seinen hervorragend ausgebildeten Trainern im Polizeibereich für SV und Sport bieten könnte. Da waren sich Uli und Johannes einig, dass eine langjährige Trainertätigkeit mit DOSB Ausbilderlizenzen ein besseres Rüstzeug für die Vermittlung von Technik und Werten sei als ein Wochenendzertifikat von Kommerziellen Anbietern.

Muchow, Köhler und Daxbacher waren sich am Ende einig, dass Polizei im DJJV zur Chefsache erhoben werden muss.

Die Gesprächsrunde bedankte sich auch im Namen des DJJV auf das herzlichste bei Johannes Daxbacher, für die aufgebrachte Zeit und die sehr informativen Hinweise.

Polizei und Ju-Jutsu, zwei die sehr gut zusammenpassen. Darüber waren sich alle Beteiligte einig.

Für den DJJV
Günter Beier


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