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11.01.2021 12:25 Alter: 16 days
Kategorie: News DJJV, Aus- & Fortbildung, Jugend, DJJV, Nicht mit mir! Aus- & FortbildungJugendDJJVNicht mit mir!

„Safe Sport“ – Broschüre löst die Broschüre „Gegen sexualisierte Gewalt im Sport“ ab


Die Deutsche Sportjugend (dsj) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) verurteilen jede Form von Gewalt und Machtmissbrauch gegen Kinder, Jugendliche, Erwachsene aufs Schärfste und setzen sich dafür ein, dass Fälle sexualisierter Gewalt aufgeklärt und konkrete präventive Maßnahmen umgesetzt werden. Diese Ziele wurden in einem Beschluss des DOSB und seiner Mitgliedsorganisationen erstmals schriftlich festgehalten (die sog. „Münchener Erklärung“) und im Jahr 208 durch neue Beschlüsse bekräftigt. Der DJJV als der Sportfachverband für Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung, Vorreiter in vielen Bereich der Prävention sexualisierter Gewalt im Sport, stehen zu 100 Prozent hinter diesen Beschlüssen!

Von 2011 bis 2019 diente die Broschüre „Gegen sexualisierte Gewalt im Sport“ als Grundlage für Hintergrundinformation, Schulungen, Sensibilisierungen usw. Viele von Euch haben mit dieser Broschüre gearbeitet und/oder haben sie verteilt. Diese wird nun durch eine aktualisierte Version „Safe Sport“ abgelöst. Seit November 2020 ist diese Broschüre online verfügbar, d.h. sie kann von der Homepage der dsj heruntergeladen werden. Ab Beginn 2021 soll die Broschüre auch als Printversion über das Bestellportal der dsj verfügbar sein: https://www.dsj.de/nc/publikationen/ 

Es handelt sich bei dieser Fachpublikation um die Weiterentwicklung des 2011 herausgegebenen Handlungsleitfadens für Sportvereine. Sie wurde unter Mitarbeit von Expert*innen aus er Sportpraxis entwickelt und stützt sich auf die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Themenfeld die im Rahmen der Forschungsprojekte „Safe Sport“ und „VOICE“ unter Federführung der Deutschen Sporthochschule Köln ermittelt wurden. Aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen (digitale Medien, Migration) und weitere Themenfelder, auf die neue Forschungsarbeiten aufmerksam gemacht haben (z.B. Peer-Gewalt), sind ebenfalls in die Aktualisierung des Leitfadens mit eingeflossen.

Das übergeordnete Ziel des Handlungsleitfadens ist die Entwicklung und Schaffung einer „Kultur des Hinsehens und der Beteiligung“ in den Sportvereinen. Nur wenn das Tabu, über sexualisierte Gewalt zu reden gebrochen wird und die Verantwortlichen im Sport gemeinsam aufklären, hinsehen und handeln, kann der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt erhöht werden. Sich als Sportverein mit dem Thema zu beschäftigen heißt keinesfalls, dass dort Probleme bzw. Fälle vorliegen. Die (vorbeugende) Beschäftigung mit Fragen des Kinder-/Jugendschutzes ist vielmehr ein Qualitätsmerkmal und zeichnet einen sorgsamen und verantwortungsbewussten Verein aus! Nicht der Umstand, dass es in einem Verein zu Übergriffen kommen kann diskreditiert den Sportverein, sondern allenfalls ein unprofessioneller Umgang damit. In Vereinen mit einer klar kommunizierten „Kultur des Hinsehens und der Beteiligung“ ist das Risiko für alle Formen sexualisierter Gewalt signifikant geringer.

In der Broschüre, die von den Autorinnen Fabienne Bartsch (Deutsche Sporthochschule Köln) und Prof. Dr. Bettina Rulofs (Bergische Universität Wuppertal) federführend verfasst wurde, sind fünf Symbole zur Wegführung angelegt, die den Leser durch die Broschüre begleiten und ihn beim Umgang mit den fachlichen Informationen zu unterstützen. Sie heben u.a. Gesetzestexte hervor, stellen besondere Textpassagen heraus oder verweisen auf die Möglichkeit des Downloads von Dateien. Inder online-Version sind die Downloadmöglichkeiten bereits verlinkt.

Die Publikation ist in drei wesentliche Bereiche unterteilt:

  • Hintergrundinformation: Was wissen wir über sexualisierte Gewalt im Sport?
  • Leitfaden Prävention: Was können Sportvereine tun, um sexualisierter Gewalt vorzubeugen?
  • Leitfaden zur Intervention: Wie sollten Sportvereine mit Fällen sexualisierter Gewalt umgehen?

Im Anhang ist eine Checkliste für Sportvereine zur Prävention und Intervention in der alle wichtigen Anforderungen noch einmal zusammengefasst sind.

Die Publikation ist in Kombination mit unserer Broschüre „Nicht mit uns! Prävention sexualisierter Gewalt im Sport!“ Grundlage und Leitfaden für Verantwortliche in der sportlichen Jugendarbeit. https://www.djjv.de/jugend/praevention-sexualisierter-gewalt/handlungsempfehlung-psg/ 

Jeder Verein, jede Abteilung muss sich seiner Verantwortung bewusst sein, Kinder und Jugendliche direkt, konkret und vor Ort im Verein zu schützen. Es soll jedoch nicht vergessen lassen, dass Millionen von Kindern und Jugendlichen täglich beim Sport sehr viel Freude haben und positive Erfahrungen sammeln – und zwar überwiegend ungefährdet. Betreut werden sie von Trainer*innen und Vereinsverantwortlichen unter hohem persönlichem Engagement und sie erhalten wertvolle Unterstützung für eine gesunde und förderliche Entwicklung. Dass sich Vereine und Abteilungen mit möglichen Risiken für den Schutz von Kindern und Jugendlichen auseinandersetzen, ist ein wesentlicher Schritt für einen sicheren Sport.

Helft dabei in Eurem Verein, Eurer Abteilung mit!“

In diesem Zusammenhang darf darauf hingewiesen werden, dass der DJJV und einzelne Landesverbände „Kinder- und Jugendschutzbeauftragte im Verein“ (aktuell auch online) ausbilden.

Fritz Schweibold
Kinder- und Jugendschutzbeauftragter im DJJV
Referent Gewaltprävention im DJJV


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