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15.11.2021 10:57 Alter: 20 days
Kategorie: News DJJV, Aus- & Fortbildung, DJJV, Jugend, Nicht mit mir! Aus- & FortbildungDJJVJugendNicht mit mir!

„SicherImSport“


Niklas Martin (Referent Jugend im DJJV), Fritz Schweibold (Referent Gewaltprävention) im Rahmen eines Workshops zum „Kinderschutz in Institutionen“ beim Kompetenzwochenende.

... ist ein aktuelles Forschungsprojekt über sexualisierte Grenzverletzungen, Belästigung und Gewalt im organisierten (Breiten-)Sport. Beleuchtet werden dabei auch Häufigkeiten und Formen sowie der Status Quo der Prävention und Intervention in Verbänden und Vereinen.

Vereinssport besitzt ein großes Potential für die Förderung und Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Gleichzeitig besteht, wie in vielen anderen institutionellen Kontexten, ein Risiko Opfer von unterschiedlicher Gewalt zu werden. Bislang wurde noch nicht hinreichend untersucht wie häufig es im Breitensport zu o.g. Übergriffen kommt, denn bisher liegen mit der „Safe Sport“-Studie aus dem Jahr 2015 (diese Erkenntnisse dienen u.a. als Grundlage und Beispiele für die Aus- und Fortbildungen in unseren Verbänden)  lediglich Daten zum Leistungssport vor. Mit der aktuellen Studie wird nun eine Forschungslücke geschlossen und die gesamte Breite des Vereinssports untersucht. Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchung ist, wie der Status Quo der Einführung von Schutzmaßnahmen bei den regionalen Verbänden und Fachverbänden zu bewerten ist, welche Präventionsmaßnahmen sie implementiert haben und wie sie in Fällen von (sexualisierter) Gewalt vorgehen.

Leider nehmen an dem Projekt, das unter der Federführung des Universitätsklinikums Ulm und der Bergischen Universität Wuppertal initiiert und durchgeführt wird, nicht alle Landessportbünde bzw. Fachverbände teil.

Anfang des Monats wurde nun eine Zwischenauswertung, nach Abschluss der Datenerhebungen, des Projekts veröffentlicht. Hierzu einige Zahlen:

  • 26% der Befragten erfuhren mindestens einmal sexualisierte Grenzverletzungen oder Belästigungen ohne Körperkontakt
  • 19% erfuhren dies mit Körperkontakt
  • 64% erfuhren mindestens einmal emotionale Verletzungen oder Gewalt (Beschimpfungen, Bedrohungen, Ausschluss)
  • 37 % erfuhren mindestens einmal körperliche Verletzungen oder Gewalt (Schütteln, Schläge)
  • 15 % erfuhren mindestens einmal Vernachlässigung (z.B. keine medizinische Versorgung)

Insgesamt haben 69% der Befragten mindestens einmal eine dieser Formen bzw. negativen Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Vereinssport gemacht.

Bei 32 % kam eine Form der Verletzung, Belästigung oder Gewalt mehr als 5 Mal vor.

In 73 % der Stadt- oder Kreissportbünde und in 63 % der Landesfachverbände ist eine Ansprechperson für die Prävention und Intervention vorhanden.

Spezifische Arbeitsgruppen zum Thema existieren in 16 % der Organisationen.

Fast alle bestätigen, dass die Prävention allgemein und insbesondere der Schutz vor sexualisierter Gewalt ein relevantes Thema für die Verbände ist.

Ca. 60 % der Organisationen räumen ein, über fundierte Kenntnisse zur Vorbeugung zu verfügen.

Die am häufigsten vorhandene Maßnahme ist die Weiterleitung an externe Beratungsstellen wenn Verdachtsfälle bekannt werden.

77 % der Stadt- und Kreissportbünde und 66 % der Fachverbände haben Regelungen zur Vorlage von erweiterten Führungszeugnissen für ehrenamtlich Mitarbeitende getroffen.

Unterstützungsbedarf sehen die Organisationen bei der Beratung zum Umgang mit Verdachts-/Vorfällen sowie bei der Unterstützung bei der Durchführung von Risikoanalysen.

Systemische Maßnahmen zur Intervention und Aufarbeitung von Vorfällen fehlen noch in einem beträchtlichen Teil der Verbände und auch systemische Analysen der verbandsspezifischen Risiken sind noch selten etabliert.

Diese Erkenntnisse, die Ergebnisse aus „Safe Sport“, die Bewertungen unserer Aus- und Fortbildungsmodule und die entsprechenden Rückmeldungen aus unterschiedlichen Institutionen und Ebenen zeigen, dass wir in unseren Verbänden und Vereinen auf einem guten Weg sind. Allerdings bedarf es einer ständigen Analyse und Bewertung um eine Kultur der Achtsamkeit und des Hinsehens aufrecht zu erhalten.

Fritz Schweibold
Referent Gewaltprävention DJJV


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