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19.11.2019 15:35 Alter: 23 days
Kategorie: Württemberg Württemberg

Erste Gürtelprüfungen bei der Justiz in Baden-Württemberg


Das Oberlandesgericht Stuttgart (OLG) ist die personalverwaltende Stelle für alle nichtrichterlichen Beschäftigten bei den Gerichten der sogenannten ordentlichen Gerichtsbarkeit sowie bei den Staatsanwaltschaften im württembergischen Landesteil. Der örtlicher Zuständigkeitsbereich entspricht dabei weitgehend den Regierungsbezirken Stuttgart und Tübingen. Bei den vom OLG Stuttgart betreuten 74 württembergischen Justizbehörden sind insgesamt knapp 300 Justizwachtmeister/innen im Einsatz. Justizwachtmeister/innen haben bei ihren Dienststellen in der Regel ein breites Aufgabenspektrum zu erfüllen. Die Wahrnehmung von Sicherheitsaufgaben ist jedoch in den letzten Jahren mehr und mehr ins Zentrum des Arbeitsalltags dieser Laufbahngruppe gerückt. Die Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung in den Justizgebäuden hat dabei im Verhältnis zu den übrigen Aufgaben der Justizwachtmeister/innen oberste Priorität.

Die Justizwachtmeisterlaufbahn ist eine Sonderlaufbahn des mittleren Justizdienstes. Seit 2015 werden sie in einer insgesamt 18-monatigen Qualifizierungsmaßnahme auf die Übernahme in die Justizwachtmeisterlaufbahn vorbereitet. Während dieser Qualifizierungszeit absolvieren sie u. a. drei jeweils einmonatige Schulungsmodule, in welchen AZT- und Einsatztraining einen sehr großen Raum einnehmen (ca. 40 UE je Modul).

Die dienstälteren Justizwachtmeister/innen kamen leider (noch) nicht in den Genuss einer solch umfassenden Schulung in Sicherheitsthemen. Hier besteht noch ein großer Nachholbedarf, weshalb neben einer dienstverträglich gestalteten Nachschulung für die Bestandskräfte (von lediglich 2 Wochen Dauer) das Grundgerüst eines Multiplikatorenkonzepts erarbeitet wurde. Dabei sollen besonders geschulte und befähigte Mitglieder einer bereits vor einiger Zeit gegründeten Sondereinheit des Justizwachtmeisterdienstes (die sog. Sicherheitsgruppe der Gerichte und Staatsanwaltschaften – SGS), welche ausschließlich mit Sicherheitsaufgaben betraut ist, wichtige Kenntnisse aus dem gesamten Themenbereich Sicherheit an alle übrigen Justizwachtmeister/innen weitergeben.

Das Konzept ist auf Dauer angelegt und soll die in den letzten Jahren massiv gestiegenen Anforderungen in diesem Bereich berücksichtigen. Ein wesentlicher Aspekt der Tätigkeit vieler Justizwachtmeister/innen, insbesondere im Vorführ-, Sitzungs- und Ordnungsdienst, ist die Zusammenarbeit mit den in Großverfahren immer häufiger und intensiver Amtshilfe leistenden Polizeikräften. Über die Multiplikatoren der SGS sollen die Justizwachtmeister/innen durch gezielte Maßnahmen der Aus- und Fortbildung optimal auf solche immer häufiger zu erwartenden Einsatzlagen vorbereiten

Diese Multiplikatoren der Sicherheitsgruppen aus Stuttgart, Ulm, Tübingen und Heilbronn (derzeit 20 Beamte) werden von Jürgen Schenk, 7. DAN, derzeit wöchentlich einmal u.a. im Umgang mit dem EKA, dem Pfefferspray, Durchsuchungs- u. Fesselungstechniken, Zugriffstechniken und im-Ju Jutsu unterrichtet.  Die Teilnehmer müssen u.a. vom Württembergischen Landessportbund (WLSB) den Trainer C Breitensport erwerben und sollen am Ende ihrer Ausbildung auch den 1. DAN im Ju-Jutsu besitzen.

Die erste Gürtelprüfung im Ju-Jutsu fand nun am Freitag, 15. November 2019 in den Räumen des Landgerichts Stuttgart statt. Die Prüfung erfolgte dabei nach den behördenspezifischen Regelungen des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes für die Polizei. Als Prüfer fungierte Polizeihauptkommissar Markus Ridder, 3. DAN, aus Baden. Markus Ridder ist bei der Polizei des Landes Baden-Württemberg Fachwart für Selbstverteidigung. Im DJJV ist er als Gruppenleiter Süd, Bundeskampfrichter und Sportreferent des Ju-Jutsu Verbandes Baden kein Unbekannter.

Nach zwei Stunden Dauer konnte Markus Ridder unter Anwesenheit von Vertretern der Hausspitze des Landgerichtes und des Oberlandgerichtes Stuttgart allen Teilnehmern zu einer sehr guten Gürtelprüfung gratulieren.

Auf unserem Bild sind die Teilnehmer der Prüfung sowie der Trainer Jürgen Schenk (links) und der Prüfer Markus Ridder (rechts).


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