< 6. Dan für Bert Mikula
29.11.2019 10:51 Alter: 13 days
Kategorie: Württemberg Württemberg
Von: Martin Weiss - JJ SC Denkendorf

Hanbo-Jutsu als Stilart im Süden breit angenommen

Zweite Ausbildungsstaffel Hanbo-Jutsu im JJVW erfolgreich beendet – 23 neue Dan-Träger aus Württemberg und Bayern.


Seit Anfang des Jahres 2017 haben sich viele Sportkameradinnen und Sportkameraden in Württemberg intensiv mit dem Hanbo auseinandergesetzt. Die Hanbo-Spezialisten und Landestrainer haben in 7 Lehrgängen den Teilnehmern die Grundlagen des Hanbo-Jutsu vermittelt und ihre Vorschläge für die Umsetzung der Prüfungsaufgaben in Kombinationen und Anwendungen gezeigt. Ab dem 2. Lehrgang gab es die Möglichkeit, am Vormittag die Prüfung abzulegen, um dann am Nachmittag die Inhalte zur nächsten Stufe zu erarbeiten.

Neben der strukturierten Vermittlung der Prinzipien und Techniken sowie der Erarbeitung der Katas, bekamen die Teilnehmer wertvolle Impulse für vorbreitende Übungen mit dem Hanbo und die Integration des Stocks in das Aufwärmen – viele der Teilnehmer geben selbst Training und konnten hier ihr Repertoire erweitern.

Der Teilnehmerkreis war bunt, von „alten Hasen“, die sich seit Jahrzehnten auf Lehrgängen treffen bis zu jung (gebliebenen) Ju-Jutsuka, die erst seit relativ kurzer Zeit aktiv sind. Einige hatten weniger Erfahrung mit Stöcken in der Länge des Hanbo, so dass dieser am Anfang manchmal wie ein Fremdkörper wirkte und so gar nicht das machte, was der Referent vorgab. Diese Anfangsschwierigkeiten waren schnell überwunden und umso dynamischer entwickelten sich die Lehrgänge, welche zwar schweißtreibend, aber ergiebig und zum Glück ohne größere Verletzungen waren.

Nach den Lehrgängen ging es dann erst richtig los: Videoaufnahmen wurden ausgewertet, Notizen gemacht, Kombinationen entwickelt, im Heimatverein trainiert und das Programm wieder und wieder verändert. Der Hanbo wurde zunehmend Bestandteil des Trainings, des Körpers und der Bewegungen, von der ersten Minute des Trainings immer „am Mann“. Einige haben ihr Ju-Jutsu-Training deutlich reduziert, um sich intensiv auf die Hanbo-Elemente einzulassen.

Gleichzeitig wurden diese Impulse in die Vereine hineingetragen. Manche Teilnehmer boten reine Hanbo-Einheiten im Verein an und gaben so schon einen Teil des Wissens weiter. Bei Prüfungen habe ich zunehmend Techniken und Kombinationen aus den Hanbo-Lehrgängen gesehen; die Sicherheit in der Anwendung des Stocks ist in den Prüfungen des Ju-Jutsu wahrnehmbar gestiegen, gerade im Prüfungsfach Stockabwehr und –Anwendung für den 2.Kyu und 1.Kyu.

In Württemberg gibt es 2 Stützpunkte in Göppingen und Sontheim, an denen Hanbo-Jutsu regelmäßig angeboten wird. Auch dieses Angebot wurde von den Teilnehmern der Lehrgangsreihe genutzt und so vertieften sich die Kontakte zwischen den Vereinen. Selbst auf dem Bundesseminar in Thüringen wurde über Ausführungsdetails der Kata „deutschlandweit“ diskutiert. Auf dem Württemberg-Event im Mai 2019 bot sich nochmals die Möglichkeit, sich in Kata einen Feinschliff und für einzelne Techniken noch ein Feedback bei Andreas Richard oder Ingo Kammerer einzuholen.

Ein Teil der Sportler nahm an den ersten oder einzelnen Lehrgängen teil, um ihr Wissen zu erweitern, andere haben die gesamte Reihe mit allen Prüfungen bis zum 1. Dan durchlaufen. Ende Juni 2019 trafen sich dann 23 Sportler aus Württemberg und Bayern zum 8. Termin der Reihe. Sie stellten sich den zwei Prüfungskommissionen mit Prüfern aus Württemberg (Thomas Ahl, Ingo Kammerer, Andreas Richard) und Bayern (Alexander Ecker) zur Dan-Prüfung als dem Höhepunkt dieser Ausbildungsreihe.

Die Prüfung bestand aus den Elementen Vorkenntnisse, Kata, Kata Bunkai und der Selbstverteidigung, hier gegen 50 Angriffe aus allen Angriffskategorien. Der anstrengendste Teil der Prüfung war der große Block der Verteidigungen. Auf der anderen Seite gab es eine hohe Bandbreite an Techniken und Kombinationen und das Zusehen machte Freude - leider konnte ich mir nicht alles merken, was ich gerne für mich übernommen hätte.

Am Ende konnten die Prüfer allen Anwärtern zur Erlangung des 1. Dan Hanbo-Jutsu gratulieren. Die Prüfer gaben Anregungen und Impulse für das weitere Training und waren mit der gezeigten Leistung sehr zufrieden.

Ein großes Dankeschön an alle Referenten der Lehrgänge für ihr Engagement und die Bandbreite der Präsentation. Hier haben sich Mario Burger, Ingo Kammerer, Philipp Klingler, Hennes Meinikheim, Andreas Richard und Stefan Stöhr eingebracht und standen auch per Mail oder in den Stützpunkten für Fragen jederzeit zur Verfügung.

Die Lehrgangsreihe fand bis auf einen Termin in Bietigheim statt. Hier ein Merci an den JC Bietigheim e.V. für die Gastfreundschaft, das offene Haus und den herzlichen Empfang. Zu dem Lehrgang in Biberach habe ich fast die falsche Richtung eingeschlagen, der Autopilot führte nach Bietigheim.

Aus Sicht der Teilnehmer war das eine sehr gelungene Ausbildungsreihe mit einem durchgehenden und tragenden Konzept, das mir den Weg zum 1. Dan ermöglicht hat und mit entsprechender Konsequenz im Vereinstraining ein realistisches Ziel vorgab.


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