Szenarientraining der AG Selbstverteidigung
Selbstverteidigung im DJJV hat die gewaltfreie Konfliktlösung als zentrales Ziel. Ju-Jutsu versteht sich als eine moderne Form der Selbstverteidigung, die weit über rein körperliche Techniken hinausgeht und systematisch die Bereiche Prävention, Deeskalation und die Folgen einer Gewaltsituation einbezieht. Dabei richtet sich die Ausbildung nicht nur auf die Abwehr körperlicher Angriffe, sondern ebenso auf die Fähigkeit, Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen und Gewalt zu vermeiden oder zu reduzieren.
Das Thema Gewalt wird in seiner Gesamtheit betrachtet:
von der Entstehung von Aggression über die Früherkennung gefährlicher Situationen,
über mögliche Deeskalationsstrategien,
bis hin zum souveränen Umgang mit körperlichen Auseinandersetzungen, lebensrettenden Sofortmaßnahmen sowie dem Verhalten gegenüber Polizei und Justiz nach einem Vorfall.
Ju-Jutsu als moderne Selbstverteidigung kombiniert dazu vielfältige Techniken – wie Abwehr-, Wurf-, Hebel-, Schlag- und Nervendruckpunkttechniken – mit situativem Training. Ziel ist es, dass Verteidigungstechniken unter Stress automatisiert abrufbar sind: Je einfacher und klarer die Technik, desto verlässlicher kann sie unter Hochstress angewendet werden.
Ein besonderes Augenmerk des DJJV liegt auf dem situativen Training, dem sogenannten Szenarientraining. Hier werden realitätsnahe Situationen geübt, um Stressreaktionen, körperliche Anspannung, verengtes Sichtfeld und reduzierte kognitive Leistungsfähigkeit bewusst erlebbar zu machen und die Handlungssicherheit in kritischen Momenten zu erhöhen.
Prävention und Deeskalation
Moderne Selbstverteidigung sieht die Vermeidung von Gewalt als vorrangiges Ziel: Ein Konflikt, der nicht eskaliert, ist eine erfolgreiche Konfliktlösung. Bewusstsein für potenzielle Gefahren, aufmerksames Verhalten und die Fähigkeit zur Deeskalation sind Kernbestandteile der Ausbildung. Bereits einfache verbale Strategien und Stressmanagement können eine Eskalation verhindern.
Ganzheitlicher Ansatz
Selbstverteidigung im DJJV fördert nicht nur körperliche Fähigkeiten, sondern auch psychologische, soziale und rechtliche Kompetenzen. Dazu gehören z. B.
Selbstbehauptung und Selbstvertrauen,
Konfliktfähigkeit und kommunikative Strategien,
der verantwortungsvolle Umgang mit körperlicher Gewalt,
Handlungssicherheit unter Stress, sowie
Kenntnisse über rechtliche Rahmenbedingungen und Verhalten nach einem Übergriff.
Körperliche Fitness, ein individuelles Stressbewältigungskonzept und ein hoher Anteil an variablen Ju-Jutsu-Techniken bereiten Teilnehmende umfassend auf mögliche Situationen vor, in denen sie sich oder andere schützen müssen. Die Ausbildung zielt darauf ab, nicht nur Techniken zu vermitteln, sondern langfristig Sicherheit, Selbstvertrauen und Verantwortungsbewusstsein zu stärken.
„Wir trainieren für die höchste Eskalationsstufe, um ernste Gefahren zu überstehen und Bedrohungen souverän begegnen zu können.“
DJJV Ansprechpartner AG Selbstverteidigung
Ralf Pfeifer
E-Mail: ag-sv-pfeifer@djjv.de






























