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20. Internationales Bundesseminar Polizei & Behörden – Einsatztraining, Austausch und ein starkes Netzwerk
Drei Tage, zahlreiche Trainingseinheiten, hochkarätige Referentinnen und Referenten und ein gemeinsames Ziel: Einsatzkräfte bestmöglich auf die Herausforderungen ihres beruflichen Alltags vorzubereiten. Vom 2. bis 4. Oktober 2026 fand an der Landessportschule Bad Blankenburg das 20. Internationale Bundesseminar Polizei & Behörden des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes statt.
Hinter dem diesjährigen Bundesseminar lagen besondere Monate. Der plötzliche Tod von „Lou“ im Mai hatte den DJJV und insbesondere das Umfeld des Bundesseminars schwer getroffen – zu einem Zeitpunkt, an dem die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren liefen. Umso bedeutender war es, dass das Organisationsteam gemeinsam mit den Referierenden und zahlreichen Unterstützenden das Seminar in seinem Sinne fortführen und am Freitag offiziell eröffnen konnte.
Zur Eröffnung begrüßten Lars Müller, Vizepräsident Breitensport des DJJV, und Ulli Muchow, Leiter der AG Polizei & Sicherheitsbehörden, die Teilnehmenden. Auch der Bürgermeister der Stadt Bad Blankenburg, Herr Schubert, sowie Polizeidirektor Herr Fröhlich, Leiter der Abteilung 1 der Landespolizeidirektion Thüringen, richteten Grußworte an die Anwesenden. Dabei wurde insbesondere die Bedeutung einer qualitativ hochwertigen Aus- und Fortbildung von Einsatzkräften für die Sicherheit in unserer Gesellschaft hervorgehoben.
Praxis und Theorie eng miteinander verbunden
Was das Internationale Bundesseminar seit vielen Jahren auszeichnet, zeigte sich auch bei seiner 20. Auflage: ein außergewöhnlich breites und praxisnahes Fortbildungsangebot.
Parallel wurde in mehreren Hallen, auf Mattenflächen, im Dojo, im Keller, auf dem Außengelände sowie im Szenarientraining am Hainberg gearbeitet. Die Themen reichten von Waffensicherung und Schusswaffenabwehr über Zugriffstechniken, Bodenkampf und Messerabwehr bis zu Low-Light-Training, taktischer Festnahme am Fahrzeug und Stress-Training mit der Kurzwaffe.
Hinzu kamen unter anderem Einheiten zu Wahrnehmung und Gefahrenradar, taktischem Verhalten, Schießen aus der Bodenlage mit Trainingssystemen, Einsatztraining mit und ohne Hilfsmittel sowie realitätsnahes Szenarientraining für den Bereich Gerichtsschutz.
Auch neue technische Entwicklungen fanden ihren Platz. Bei den FACT-SYSTEMS konnten sich die Teilnehmenden unter anderem mit Laser-Duell-Systemen, dem THOR-System und DDSS-Drohnen auseinandersetzen.
Einsatztraining ist mehr als Technik
Bewusst beschränkte sich das Seminar nicht auf körperliche Fähigkeiten und taktische Handlungsmöglichkeiten. Die theoretischen Einheiten griffen Themen auf, die für Angehörige des öffentlichen Dienstes zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Auf dem Programm standen unter anderem Umfeldsicherung und Wahrnehmung im polizeilichen Alltag, Resilienz und Verhalten nach belastenden Einsatzsituationen, Selbstfürsorge im öffentlichen Dienst sowie Gefahren für die Demokratie. Weitere Einheiten beschäftigten sich mit der Gefährdung durch Hacker, Drohnen sowie Desinformation und KI-Fälschungen als Einsatzrisiko.
Damit verband das Seminar technische, taktische, psychologische und gesellschaftliche Aspekte moderner Einsatzrealität.
Lernen aus Erfahrungen
Einen besonderen Stellenwert hatten auch Einheiten, in denen Erfahrungen aus realen Einsatzsituationen aufgearbeitet wurden. Unter dem Titel „Aus einem tödlichen Einsatz lernen“ standen Fallanalyse, Eigensicherung und mögliche Handlungsalternativen im Mittelpunkt.
Genau hier zeigt sich der besondere Wert des Bundesseminars: Erfahrungen werden nicht nur weitergegeben, sondern gemeinsam reflektiert. Einsatztrainerinnen und Einsatztrainer unterschiedlicher Behörden und Organisationen bringen ihre Perspektiven zusammen, diskutieren Vorgehensweisen und schaffen damit Impulse, die anschließend in die eigene Aus- und Fortbildung einfließen können.
Ein Netzwerk über Behörden- und Organisationsgrenzen hinweg
Mindestens ebenso wichtig wie die Einheiten auf der Matte und im Seminarraum war der persönliche Austausch. Das Internationale Bundesseminar bringt seit vielen Jahren Angehörige verschiedener Sicherheitsbehörden und Organisationen zusammen.
Ob Polizei, Justiz, Zoll, Bundeswehr oder weitere Bereiche des öffentlichen Dienstes: Unterschiedliche Erfahrungen, Einsatzrealitäten und Ausbildungskonzepte treffen in Bad Blankenburg aufeinander. In den Pausen, beim gemeinsamen Essen und beim Beisammensein im Champions Pub wurde dieser Austausch fortgesetzt.
Die offizielle Abendveranstaltung am Samstag bot zusätzlich Gelegenheit, bestehende Kontakte zu vertiefen und neue Netzwerke aufzubauen.
Besondere Würdigung für Jörg Schmidt
Ein besonderer Moment des Wochenendes war die Ehrung von Jörg Schmidt mit der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes.
19 Internationale Bundesseminare Polizei & Behörden tragen seine Handschrift. Über viele Jahre gelang es ihm, Menschen miteinander zu vernetzen und immer wieder erfahrene Einsatztrainerinnen und Einsatztrainer für dieses besondere Fortbildungsformat zu gewinnen.
Sein Engagement hat damit weit über den Sport hinaus Wirkung entfaltet. Mit seiner Arbeit für das Bundesseminar hat er einen nachhaltigen Beitrag zur Fortbildung und damit zur Sicherheit von Kolleginnen und Kollegen in den Sicherheitsbehörden geleistet.
Danke an alle, die dieses Seminar möglich machen
Ein Seminar dieser Größenordnung lebt von den Menschen, die ihr Wissen und ihre Erfahrung teilen. Der Deutsche Ju-Jutsu Verband bedankt sich deshalb bei allen Referentinnen und Referenten, die mit großem Engagement ihre Expertise eingebracht haben.
Ebenso gilt der Dank dem gesamten Organisationsteam, allen Helferinnen und Helfern sowie der Landessportschule Bad Blankenburg für die Rahmenbedingungen und Unterstützung.
Ein besonderer Dank gilt außerdem NEXTORCH für die freundliche Unterstützung des 20. Internationalen Bundesseminars Polizei & Behörden.
Nach drei intensiven Tagen endete das Seminar am Sonntagmittag mit der gemeinsamen Verabschiedung. Was bleibt, sind zahlreiche neue Impulse, fachliche Diskussionen, neue Kontakte – und vor allem Wissen, das seinen Weg zurück in die Behörden und in die tägliche Aus- und Fortbildung findet.
Das 20. Internationale Bundesseminar Polizei & Behörden hat damit erneut gezeigt, wofür dieses Format steht: voneinander lernen, miteinander trainieren und gemeinsam Verantwortung für professionelles und zeitgemäßes Einsatztraining übernehmen.
Danke an alle, die Teil des 20. Internationalen Bundesseminars waren.
Medien Team DJJV
































