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20.000 Euro für starke Kinder: HanseMerkur zeichnet „Nicht-mit-mir!“ aus!
Große Anerkennung für die Präventionsarbeit des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes: Das bundesweite Gewaltpräventionskonzept „Nicht-mit-mir!“ wurde am 6. Oktober 2026 in Hamburg mit einem Anerkennungspreis des 45. HanseMerkur Preises für Kinderschutz ausgezeichnet. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert – und würdigt ein Konzept, das seit fast drei Jahrzehnten Kinder stärkt, Grenzen sichtbar macht und konkrete Handlungskompetenz vermittelt.
Ein besonderer Abend für die DJJV-Jugend. In der Hauptverwaltung der HanseMerkur in Hamburg stand am 6. Oktober der Kinderschutz im Mittelpunkt. Sechs Initiativen wurden für ihr besonderes Engagement für Kinder und Jugendliche ausgezeichnet. Zu den von einer Fachjury ausgewählten Preisträgern gehörte auch der Deutsche Ju-Jutsu Verband e.V. mit seinem Gewaltpräventionskonzept „Nicht-mit-mir!“. Der Anerkennungspreis ist mit 20.000 Euro verbunden.
Für den DJJV war die Auszeichnung weit mehr als ein finanzieller Erfolg. Sie ist eine hochrangige Anerkennung für die Arbeit unzähliger Menschen, die „Nicht-mit-mir!“ über viele Jahre entwickelt, weitergedacht und vor allem vor Ort mit Leben gefüllt haben.
Den DJJV vertraten bei der Preisverleihung Michael Korn, Vizepräsident Jugend, Fritz und Silke Schweibold, Steve Roßberg, Tim von Fintel sowie Jugendsekretär Tom Ismer, der die Bewerbung um den Preis eingereicht hatte.
Tim von Fintel wurde von zwei jungen Sportlern begleitet. Mit einer Bruchtest-Demonstration zeigten sie den Gästen auf eindrucksvolle Weise einen kleinen Ausschnitt aus der praktischen Arbeit. Dabei wurde zugleich deutlich, worum es bei „Nicht-mit-mir!“ gerade nicht geht: Kinder sollen nicht lernen, Konflikte mit körperlicher Stärke zu lösen. Sie sollen lernen, Gefahren wahrzunehmen, Grenzen zu setzen, sich Hilfe zu holen und erst dann körperlich zu handeln, wenn andere Möglichkeiten nicht mehr ausreichen.
„Nicht-mit-mir!“: Prävention beginnt lange vor der Selbstverteidigung. Genau dieser Ansatz überzeugte auch die Jury des HanseMerkur Preises für Kinderschutz. Das bundesweit einheitliche Konzept verbindet drei Bereiche miteinander: Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung. Ein zentrales Element ist das leicht verständliche Ampelprinzip:
- Grün steht für Prävention – Gefahren erkennen, Situationen richtig einschätzen und ihnen möglichst aus dem Weg gehen.
- Gelb steht für Selbstbehauptung – die eigene Grenze wahrnehmen und benennen, deutlich „Nein“ sagen, Distanz schaffen, laut werden und Hilfe holen.
- Rot steht für Selbstverteidigung – wenn andere Möglichkeiten nicht mehr ausreichen und körperliches Handeln notwendig wird.
Ein Grundkurs umfasst sechs aufeinander aufbauende Einheiten. Theorie wird dabei nicht isoliert vermittelt, sondern mit Bewegung, Rollenspielen, Alltagssituationen und Reflexion verbunden. Ziel ist es, Kindern Handlungsmöglichkeiten zu geben, die sie verstehen, ausprobieren und später tatsächlich abrufen können. Oder, wie es Fritz Schweibold im Rahmen der Berichterstattung der HanseMerkur formulierte:
„Wir bringen den Kindern nicht bei, sich zu prügeln. Wir bringen ihnen bei, dass ihr Gefühl stimmt.“ Newsroom - HanseMerkur
Damit trifft er einen Kern des Konzeptes: Kinder sollen lernen, ihrem eigenen Empfinden zu vertrauen und zu erkennen, dass sie Grenzen haben dürfen – und dass diese Grenzen respektiert werden müssen.
Seit 1998 kontinuierlich weiterentwickelt. „Nicht-mit-mir!“ ist kein kurzfristiges Projekt. Das Konzept wird bereits seit 1998 weiterentwickelt und bundesweit in Vereinen, Schulen und Kindertagesstätten umgesetzt. Nach Angaben der HanseMerkur sind inzwischen 1.462 lizenzierte Kursleiterinnen und Kursleiter im Einsatz. Damit hat sich aus einer verbandlichen Initiative über viele Jahre ein bundesweites Präventionsnetzwerk entwickelt.
Die Kurse orientieren sich dabei an der Lebenswirklichkeit der Kinder. Themen wie der Umgang mit Fremde und bekannten Personen, persönliche Grenzen, das Erkennen unangenehmer Situationen, das Holen von Hilfe, gute und schlechte Geheimnisse, Konfliktvermeidung sowie das selbstbewusste Auftreten werden altersgerecht bearbeitet. Unterstützt wird die praktische Arbeit durch Begleitmaterialien für unterschiedliche Altersgruppen. Diese werden kontinuierlich überarbeitet und weiterentwickelt. Besonders bemerkenswert ist ein Effekt, den inzwischen viele Kursleitende erleben: Eltern, die „Nicht-mit-mir!“ selbst als Kinder kennengelernt haben, melden heute ihre eigenen Kinder zu Kursen an. Aus einem Präventionsprojekt ist damit längst auch ein Stück nachhaltiger Jugend- und Bildungsarbeit geworden.
Hochkarätige Anerkennung für den Kinderschutz. Der HanseMerkur Preis für Kinderschutz gehört zu den traditionsreichsten Auszeichnungen dieser Art in Deutschland. Er wurde erstmals 1980 vergeben. Seitdem haben sich mehr als 4.000 Projekte beworben; bis 2026 wurden 188 Projekte mit insgesamt mehr als 1,4 Millionen Euro Preisgeld ausgezeichnet. Die Auswahl erfolgt durch eine zehnköpfige Fachjury aus dem Bereich Kinder- und Jugendschutz.
Vorstandsvorsitzender Eberhard Sautter stellte bei der diesjährigen Preisvergabe besonders heraus, dass die ausgezeichneten Projekte dort ansetzen, wo Kinder und Jugendliche Stärke benötigen. Die Initiativen verbinde ein Kinderschutz, der früh beginne und dauerhaft wirke – getragen von Menschen, die vielfach ehrenamtlich Zeit und Fachwissen einbringen. Schirmherrin des 45. HanseMerkur Preises für Kinderschutz war Julia Becker, Verlegerin, Mitgesellschafterin und Aufsichtsratsvorsitzende der FUNKE Mediengruppe.
Prominenter Besuch am DJJV-Stand. Neben der eigentlichen Preisverleihung bot der Abend viel Raum für Gespräche, Begegnungen und den Austausch über die unterschiedlichen Projekte. Über besonderes Interesse freute sich das DJJV-Team beim Besuch von Julia-Niharika Sen. Die Journalistin gehört seit 2021 zum Sprecherteam der 20-Uhr-Ausgabe der tagesschau und informierte sich am Stand über „Nicht-mit-mir!“ und die Präventionsarbeit des DJJV. Gerade diese Gespräche machten sichtbar, welchen Stellenwert das Thema Gewaltprävention weit über den organisierten Sport hinaus besitzt.
Ein Hinweis, der viel bewegt hat. Dass „Nicht-mit-mir!“ überhaupt für den HanseMerkur Preis für Kinderschutz ins Rennen ging, hatte seinen Ursprung auch innerhalb des Verbandes. Jens Dykow, Referent Sportabzeichen im DJJV, machte die Jugend auf die Ausschreibung aufmerksam. Daraus entstand die Bewerbung, die schließlich zur Einladung nach Hamburg und zum Anerkennungspreis führte. Ein Beispiel dafür, wie wertvoll Aufmerksamkeit, Vernetzung und das gemeinsame Engagement innerhalb eines Verbandes sein können.
20.000 Euro, die wieder in den Kinderschutz fließen. Mit der Auszeichnung endet die Entwicklung von „Nicht-mit-mir!“ nicht – im Gegenteil. Das Preisgeld von 20.000 Euro soll nach Angaben des Verbandes gezielt für die Weiterentwicklung des Konzeptes eingesetzt werden. Geplant ist unter anderem eine Überarbeitung der Begleithefte. Künftig sollen diese beispielsweise um eine Vorlesefunktion ergänzt und in mehreren Sprachen verfügbar gemacht werden. Darüber hinaus sind eine Arbeitstagung mit dem „Nicht-mit-mir!“-Team sowie ein Symposium für die Landesverbände vorgesehen. Inhaltliche Schwerpunkte sollen unter anderem die Einbindung von „Nicht-mit-mir!“ in Ganztagsschulkonzepte und die Prävention sexualisierter Gewalt bilden. Damit wird aus dem Preisgeld eine Investition in die nächste Entwicklungsstufe des Konzeptes – mit dem Ziel, Angebote zugänglicher zu machen, Kursleitende weiter zu qualifizieren und noch mehr Kinder zu erreichen.
Eine Auszeichnung für viele. Der Preis trägt den Namen des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes – verdient wurde er jedoch von vielen. Von den Menschen, die das Konzept vor fast drei Jahrzehnten aufgebaut haben. Von denen, die Inhalte immer wieder überprüfen und aktualisieren. Von Referentinnen und Referenten, Landesverbänden und Vereinen. Von Kursleiterinnen und Kursleitern, die ihre Freizeit investieren und mit Kindern in Turnhallen, Klassenräumen und Kindertagesstätten arbeiten. Und nicht zuletzt von all jenen, die Kinderschutz nicht als einzelne Maßnahme verstehen, sondern als dauerhafte Aufgabe.
Die Auszeichnung durch die HanseMerkur ist deshalb Anerkennung und Auftrag zugleich. Denn Gewaltprävention beginnt nicht erst dann, wenn etwas passiert ist. Sie beginnt dort, wo Kinder erfahren:
Mein Gefühl zählt.
Ich darf Grenzen setzen.
Ich darf Nein sagen.
Ich darf mir Hilfe holen.
Und wenn es notwendig ist, darf ich mich schützen.
„Nicht-mit-mir!“ – starke Kinder schützen sich.
Weitere Informationen zum Konzept, zu Kursangeboten und zur Ausbildung von Kursleiterinnen und Kursleitern gibt es auf der Website des DJJV.
Für die Jugend im DJJV
Tom Ismer
(KI unterstützt)
































