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14.09.2022 12:46 Alter: 1 year
Kategorie: News DJJV, Aus- & Fortbildung, DJJV, Jugend, Nicht mit mir! Aus- & FortbildungDJJVJugendNicht mit mir!

1. Symposium „Gewaltschutz“ erfolgreich durchgeführt


Am ersten Wochenende im September kamen 23 Akteur*innen der Landesverbände und des DJJV in Kassel zusammen um neueste Erkenntnisse, wissenschaftliche Bewertungen und Einordnungen zu erfahren, aber auch sich auszutauschen und zu „netzwerken“. Fast alle Bundesländer waren mit ihren „Gewaltschutzbeauftragten“ vertreten. Die Jugend im DJJV, primär für Kinderschutz im Verband zuständig, hatte zu dem Symposium eingeladen. Referent Gewaltprävention, Fritz Schweibold, konnte als externe Referentinnen Frau Prof. Dr. Mechthild Wolff von der Hochschule Landshut zur Thematik „Kinderschutz in Institutionen“ und Milena Bücken vom Institut für Soziale Arbeit in Münster mit dem Thema „Ergebnisse aus der Forschung zu Perspektiven ehrenamtlicher Aktiver“ als Referentinnen gewinnen. Auch die Vizepräsidentin Breitensport, Nina Beißner, nahm an dem Symposium teil.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Michael Korn, den Vizepräsidenten Jugend, ging es sofort in die „Arbeitsphase“. Die Teilnehmenden bewerteten in Kleingruppen den aktuellen Stand zur Umsetzung des Stufenplans der dsj, bzw. des DOSB in ihrem Landesverband. Dabei gab es teilweise erhebliche Unterschiede in der in Akzeptanz, Transparenz und Umsetzung der Inhalte des Stufenplans. Während einige Bundesländer auf einem guten Weg sind und Vorgaben bzw. Empfehlungen nahezu vollständig umgesetzt haben, gab es aber auch Rückmeldungen über Stolpersteine, fehlende oder mangelnde Akzeptanz und teilweise auch fehlendes Bewusstsein. Nach der Besprechung der Ergebnisse der Gruppenarbeit ging es im Referat von Frau Prof. Dr. Wolff um nicht verhandelbare Kinderrechte. Überall dort, wo Kinder, Jugendliche und Erwachsene miteinander leben und arbeiten sowie vor allem in pädagogischen, sozialen und therapeutischen Settings, in denen Kinder und Jugendliche einen Großteil ihres Alltags verbringen (also auch im Sport), sind Verfahren, Routinen und Regeln notwendig, durch die die persönlichen Rechte der Beteiligten geschützt und gestärkt werden sowie einem Machtmissbrauch entgegen gewirkt wird. Es ist unbestritten – und wurde durch die UN-Kinderechtekonvention (UNKRK) nochmals unterstrichen – dass Kinder und Jugendliche Träger von Grundrechten sind und die Allgemeinen Menschenrechte voll und ganz für sich in Anspruch nehmen können. In diesem Zusammenhang wurde auch klar, dass Schutzkonzepte individuell erstellt und angepasst werden müssen. Hierzu gibt es jede Menge Empfehlungen, Handreichungen und Konzepte, die zumindest teilweise auch für Sportvereine und -verbände anwendbar sind. Nach einem intensiven Austausch über die Inhalte des Referats wurden durch Milena Bücken Ergebnisse aus der Forschung zu Perspektiven ehrenamtlicher Aktiver vorgestellt. So konnte die Thematik aus wissenschaftlicher Sicht beleuchtet werden. In einem Fokusgruppeninterview konnten einzelne Teilnehmende ihre Erfahrungen und Sichtweisen einbringen. Durch das Institut für Soziale Arbeit soll auf Grundlage dieser Interviews die Entwicklung einer Informations- und Fortbildungsplattform stattfinden. Parallel zum Gruppeninterview erfolgte mit den Referent:innen ein fachlicher Austausch. Weiterhin wurden Wünsche und Bedürfnisse der Landesverbände an den DJJV bzw. anderen Akteur*innen abgefragt und visualisiert. Zum Ende der Veranstaltung wurden die Ergebnisse noch einmal zusammengefasst, danach gab es noch eine Feedbackrunde, abschließend wurden die Referent*innen und Teilnehmer*innen verabschiedet. Das Resümee des Tages war eindeutig: „Viel Input, aber interessant und wertvoll für die Tätigkeit als Gewaltschutzbeauftragte(r)“.

 Für den folgenden Tag hatten sich mehrere Landesvertreter:innen zu einer kollegialen Beratung angemeldet, weshalb sie über Nacht blieben und den Tag mit Gesprächen und gemütlichem Beisammensein ausklingen ließen. Im Rahmen der kollegialen Beratung am Sonntag wurden anonymisiert Fälle bzw. Vorkommnisse besprochen und mögliche Handlungsempfehlungen bzw. Reaktionen ausgelotet.

Die Gewaltschutzbeauftragten des DJJV stehen den Kolleginnen und Kollegen aus den Bundesländern für Fragen, Workshops oder Infoveranstaltungen zur Verfügung. Leider scheint die Thematik „Gewaltschutz“ noch nicht in allen Bereichen und auf allen Ebenen angekommen zu sein. Gerade für uns als Fachverband für Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung sollte dieser Aspekt aber eine wichtige Rolle spielen. Hier dürfen nicht nur gesetzliche Vorgaben oder Regeln im Vordergrund stehen, sondern auch moralische und gesellschaftliche. So hat doch jede(r) von uns Kinder, Enkelkinder, Brüder, Schwestern, Neffen, Nichten ....., für die der berechtigte und gesetzliche Anspruch besteht gewaltfrei  aufwachsen zu können. Für die Verantwortlichen in der sportlichen Kinder- und Jugendarbeit sollten gewisse Vorgaben und Empfehlungen Standard sein. Aber nicht nur Kinder und Jugendliche bzw. Jungerwachsenen sollen im Kontext der Gewaltprävention angesprochen und berücksichtigt werden sondern auch Erwachsene.

Fritz Schweibold
Referent Gewaltprävention


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