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17.07.2023 10:59 Alter: 336 days
Kategorie: News DJJV, DJJV, Leistungssport DJJVLeistungssport

Weltmeisterschaft in Ulaanbaatar 2023 - Fighting Teil 1


Die 20. Ju-Jutsu Weltmeisterschaft findet 2023 in der Hauptstadt der Mongolei, in Ulaanbaatar, statt. In der hochmodernen Steppe Arena, einer Eishockeyhalle, haben die Ausrichter eine sensationell geschmückte Halle und einen würdigen Ort für die WM gefunden!

Der erste Wettkampftag stand ganz im Zeichen der Masters (Über 35 Jahre). Hier trat für den DJJV Andrea Pflefka (Bayern), Weltmeisterin der Aktiven von 2017, an. Andrea war im Ne-Waza und im Fighting gemeldet. Da es im Ne-Waza in ihrer Altersklasse keine weiteren Meldungen gab, bekam Andrea automatisch den Titel und die Goldmedaille überreicht. Im Fighting ging die 52 kg Athletin aus Deutschland bis 63 kg an den Start, weil hier Gegnerinnen da waren. Andrea zeigte, dass sie nichts verlernt hat und schlug nach einem harten Kampf die Mongolin nach Punkten. Dann traf Andrea auf Choconda aus Kolumbien. Hier zeigte die Deutsche ihre ganze Abgeklärtheit und ließ sich auch von einem schönen Wurf der Kolumbianerin nicht beeindrucken. Andrea zog Punkt um Punkt davon und siegte am Ende deutlich. Auch die zweite Mongolin konnte Andrea nicht in Gefahr bringen und so stand nach ihrem dritten Punktsieg Andrea als Weltmeisterin im Masters fest – ein toller Start für das deutsche Team.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen des Fighting und des Duo Show.

Bis 48 kg standen bei den Damen Alexa Frei (Brandenburg) und Sophie Janson (Hamburg) auf der Matte. Alexa hatte es gleich mit der sehr starken Kasachin Toregozhina zu tun. Der Kampf ging hin und her, Alexa konnte aber nie in Führung gehen und musste nach hartem Fight mit einer knappen Niederlage ins Turnier starten. In der Trostrunde lies sie ihrer nächste Kontrahentin aus Vietnam keine Chance, Alexa gewann deutlich und stand im kleinen Finale um Bronze. Die Griechin Zantiopi, amtierende Europameisterin, war noch eine Nummer zu groß für die Deutsche, Alexa verlor am Ende mit vier Punkten Unterschied und durfte sich über Platz 5 auf ihrer ersten WM bei den Erwachsenen freuen.

Die zweite Deutsche in der -48 kg Klasse, Sophie Janson (Hamburg), war auch zum ersten Mal bei der WM am Start. Sophie siegte in Kampf eins gegen die Mongolin Chinbat, bevor sie auf die Griechin Zantiopi traf. Hier hatte Sophie ihre Meisterin gefunden und unterlag mit Full Ippon. Somit musste auch Sophie in die Trostrunde. Hier konnte sie eine weitere Mongolin besiegen. Dann traf sie auf Sakaew aus Thailand. Sophie gab noch einmal alles, aber es reichte leider nicht, um noch eine Runde weiterzukommen, somit war an dieser Stelle mit Rang 7 Schluss für junge Hamburgerin. Sie konnte mit ihrer Leistung aber sehr zufrieden sein!

Bis 52 kg war ebenfalls ein neues Gesicht für den DJJV dabei, Charlotte Kummer (NRW) wollte es hier wissen. In Runde eins traf Charlotte auf Krymshmkhalova. Charlotte war in ihrem ersten Wettkampf auf solchem Niveau zunächst nervös, dann aber löste sich das und die Deutsche drehte auf. Sie gewann und war eine Runde weiter, wo Antolenella Farne aus Italien wartete. Charlotte kämpfte stark, leider reichte es am Ende nach Punkten nicht. Charlotte musste in die Trostrunde. Sie blieb aber hochmotiviert und besiegte zunächst die Kasachin Tajiyeva und in der nächsten Runde auch noch Wu Ju aus Chinese Taipeh. Somit zog Charlotte in den Kampf um die Bronzemedaille gegen Sina Staub (Schweiz) ein. Der Kampf war spannend, Charlotte legte nochmal alles rein, aber es reichte am Ende leider nicht für Bronze, somit auch hier der undankbare fünfte Platz für die Stundentin.

Bis 57 kg war Jamila Chatterjee (Bayern) am Start. Mila musste gleich gegen die starke Niederländerin Bogers ran und konnte nichts holen, sie unterlag mit Full Ippon. In der Trostrunde war dann gegen die Athletin Malieva Schluss, auch hier unterlag Mila, somit war die Reise ein Erfahrungsgewinn für die Deutsche.

Jenny Grudnio (Niedersachsen) machte es hier besser. Jenny gewann deutlich gegen die Vietnamesin Van Dang und zog in die nächste Runde ein. Hier wartete die Rumänin Lixandrou, somit eine Neuauflage des WM-Halbfinals vom letzten Jahr in Abu Dhabi. Jenny kämpfte stark und konnte trotz Rückstand nochmal stark ausgleichen. Dann zog die Rumänin leider noch einmal drei Punkte davon und konnte den Vorsprung über die Zeit bringen – leider dann die Niederlage für Jenny. In der Trostrunde besiegte sie die Athletin Malieva und musste dann gegen die Thailänderin Senatham antreten. Diese war sehr stark und setzte zwei erfolgreiche Würger bei Jenny an, Jenny versuchte alles, aber unterlag am Ende dann mit Full Ippon. Die Leistung an diesem Tag hat definitiv gestimmt, leider hat es nicht zu einer Medaille gereicht!

Als letztes war Annalena Bauer (Bayern), unsere World Games Siegerin des letzten Jahres, an der Reihe. Gerade erst von einer Verletzung aus dem Finale des Grand Prix in Paris erholt, flog Annalena nach Ulaanbaatar. Amze aus Kasachstan war Annalenas erste Gegnerin. Das Ergebnis war erwartet deutlich, Annalena gewann Full Ippon. Gegen Emma Lette aus Schweden kam Annalena nicht richtig in den Kampf, auch machte ihr Knie wieder ein paar Probleme, was dazu führte, dass Lette Punkt für Punkt davonzog. Die Deutsche Nummer eins konnte nicht mehr dagegenhalten, somit unterlag sie. Im Kampf um Bronze zeigte Annalena wieder ihre ganze Klasse und besiegte Ngoc aus Vietnam nach 40 Sekunden mit Full Ippon. Die erste Medaille an diesem Tag für den DJJV!

Bei den Herren bis 69 kg traten Rudolf Schophaus (Niedersachsen) und Moritz Jägel (Hessen) für Deutschland an.

Rudi ist sehr gut ins Turnier gestartet. In seinem ersten Kampf traf er auf Zakarin aus Kazaksthan. Rudi konnte von Anfang an in Part 1 erfolgreich Punkte sammeln. Mit einem fulminanten Schulterwurf konnte er den Kampf nach Punkten für sich entscheiden. 

Im Viertelfinale traf Rudi auf Ivan Della Croce. In einem spannenden Kampf verpasst Rudi denkbar knapp den Einzug ins Halbfinale. In einem starken Schlagabtausch konnte sich der Serbe mit 8:4 Punkten durchsetzen und schließlich Vizeweltmeister werden. 

In der Trostrunde traf Rudi auf den Niederländer Ecco Van der Veer. Rudi konnte zu Beginn in Part 1 punkten, sich in Part 2 aber nicht durchsetzen. Mit einer knappen Niederlage endet die WM mit Platz 9 für Rudi. Herzlichen Glückwunsch.

Auch Moritz ging in der Gewichtsklasse bis 69 kg an den Start. Bei seiner ersten WM bei den Erwachsenen hatte Moritz ein sehr schweres Los erwischt. Gleich im ersten Kampf traf er auf Dimitri Beshenets, der als neutraler Athlet für die JJIF an den Start ging. 

Moritz ist sehr gut mit einem Ippon in den Kampf gestartet. Dann spielte Beshenets jedoch seine ganze Erfahrung aus und konnte Moritz mit Full Ippon besiegen. Der spätere Weltmeister war bei dieser WM ein guter Gradmesser für den aktuellen Stand.

In der Trostrunde traf er auf den World Games Dritten, Ecco Van der Veer. Auch hier fand Moritz gut in den Kampf. Nach dem er mit einem Beingreifer geworfen wurde, endet der Kampf mit Full Ippon. 

Dennoch hat Moritz zwei gute Kämpfe absolviert und gezeigt, was für Potential in ihm steckt - weiter so!

Auch bis 85 kg der Herren hatte der DJJV zwei Athleten, Marcel Said (Hamburg) und Daniel Zmeev (Baden).

Auch Marcel startete bei seiner ersten WM der Herren. Der 18-jährige Athlet fand einen sehr guten Start ins Turnier. Gegen seinen Auftaktgegner aus Amerika, Nicolas Alloca, konnte er mit Full Ippon gewinnen und in allen Parts überzeugen. 

In seinem zweiten Kampf traf er auf den alten und neuen Weltmeister Nicola Trajkovic aus Serbien. Marcel hat Probleme beim Start des Kampfes konnte dann aber wieder ausgleichen. Gegen Ende des Kampfes spielte der Serbe dann seine ganze Erfahrung aus und konnte schließlich mit 18:13 Punkten gewinnen.

In der Trostrunde konnte er sowohl den Mongolen Taljin und den unter neutraler Flagge startenden Nikitin Nikita mit jeweils Full Ippon besiegen. Hier zeigt Marcel sein ganzes Potential und konnte abgeklärt, souverän und dominant kämpfen.

Im Kampf um die Bronzemedaille musste sich Marcel dann in einem spannenden Kampf Donny Donker aus den Niederlanden knapp geschlagen geben. Donker, World Games Dritter im vergangenen Jahr spielte am Ende des Kampfes seine Erfahrung aus und ließ Marcel die Punktedifferenz nicht mehr ausgleichen.

Eine sehr starke erste WM bei den Erwachsenen! Marcel hat viel Potential und auch genügend Zeit, dieses voll zu entwickeln und auszuschöpfen.

Daniel Zmeev - Vizeweltmeister

Einen sehr guten Tag hatte Daniel Zmeev! Der Dritte der World Games, Europameister 2021 und mehrfache Medaillengewinner bei WMs konnte sich direkt ins Finale kämpfen!

In seinem ersten Kampf besiegte er Nikitin Danilowisch mit Full Ippon. Eine bemerkenswerte Aushebetechnik beendet den Kampf vorzeitig!

Im Halbfinale traf Daniel auf seinen Dauerkonkurrenten Donny Donker. Daniel kämpft hervorragend, nutzte seine Stärken konsequent und konnte deutlich und verdient ins Finale einziehen.

Im Finale traf er auf Nicola Trajkovic aus Serbien. In einem sehr spannenden Kampf wechselte die Führung ständig zwischen den beiden Kontrahenten. Kurz vor Ende des Kampfes führt Daniel mit einem Punkt und nach Ende der Kampfzeit stand er als Sieger fest. Unglücklicherweise erhielt Daniel einen Shido gegen sich und musste sich dann mit 9:9 in der Unterbewertung geschlagen geben. 

Dennoch eine sehr gute Leistung von Daniel - der Titel war zum Greifen nahe und ist nun das große Ziel für die kommende WM!

Im Duo Show der Damen konnte der DJJV seine dritte Medaille des Tages feiern. Tanja und Jasmin Ittensohn aus Baden gingen hier auf die Matte. Die beiden konnten sich nach einer tollen Vorrunde mit der Robot-Show ins Finale der besten 4 vorkämpfen. Hier durfte dann die Show mit Musik-Untermalung ein nächstes Mal gezeigt werden. Tanja und Jasmin trafen eine tolle Musikauswahl und hatten die Show perfekt darauf abgestimmt. Dies sollte sich dann auch in der Wertung zeigen. Die beiden Mädels aus Baden konnten sich die Silbermedaille sichern, sie mussten sich nur den beiden Thailänderinnen geschlagen geben und konnten so ihren Vizetitel des letzten Jahres wiederholen.

Somit gab es drei Medaillen für Deutschland, Steffen Heckele (Fighting Männer), Roland Köhler (Teamchef) und Jörn Meiners (Fighting Damen), sowie Markus Grimminger und Bernd Breuer (Duo) waren mit der Ausbeute zufrieden! Das medizinische Team um Dr. Roland Schachler und Michael Schürheck hatte zum Glück keinen nennenswerte Verletzung zu versorgen!

Mehr Fotos findest du hier.

Jörn Meiners

Bundestrainer Fighting


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