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06.12.2022 09:40 Alter: 54 days
Kategorie: Brandenburg Brandenburg
Von: BJJV Medien

Landesseminar 2022 – ein Familientreffen mit vielen Highlights


Was passiert, wenn rund 110 Ju-Jutsuka aufeinandertreffen? Ganz klar: In Brandenburg ist das ein Familientreffen – mit ganz vielen Highlights. Und natürlich wird (fast) jede Minute fürs Training genutzt. Kein Wunder also, dass es gleich am Freitag los ging. Auf dem Seminarplan stand zwar ‚nur‘ die Vorstellung der Referenten. Doch wenn schon alle auf der Matte sind, dann nutzen wir natürlich die Gelegenheit. Und so gab Referent Karl-Heinz „Kalla“ Bergers, 8. Dan Jiu-Jitsu, gleich einen Einblick in das, was die Ju-Jutsuka an diesem Wochenende erwartet.

Auf der Matte stand das Landesseminar diesmal unter dem Motto „über den Tellerrand blicken“: in acht Einheiten gab Kalla Bergers einen Einblick in Jiu-Jitsu. Dabei standen kurze und lange Kombinationen auf dem Plan, die er geschickt aufbaute und so alle Ju-Jutsuka vom gelben Gürtel bis zum/zur Dan-Träger*in mitnahm. Auch traditionelle Technikkombinationen und Tanto-Kata waren dabei. Zu den Höhepunkten gehörte sicherlich auch die kompromisslose Selbstverteidigung. Dabei zeigte Kalla Bergers, dass gelernte Techniken auch dafür da sind, um im Falle eines Falles beim Gegner etwas abgewandelt eingesetzt zu werden. Denn nicht jeder Gegner hat auf der Straße zum Beispiel sein Bein gerade in der Position, um einen gelernten Tritt perfekt zu nutzen.

Neben der Matte war dieses Landesseminar vor allem „wie in alten Zeiten“. Waren im letzten Jahr wegen Corona-Auflagen noch die Teilnehmerzahl eingeschränkt und Schwimmhalle, Sauna sowie die Sportlerbar geschlossen, konnten die Ju-Jutsuka diesmal wieder alles genießen. Und passend zur Jahreszeit gab es auch einen Advents-Glühwein zum Erfahrungsaustausch.

Während die einen das Gelernte besprachen, saßen die Vertreter der Vereine mit unserem Vorstand beim „Treffen der Vereine“ zusammen. Dieses regelmäßige Treffen, außerhalb der Mitgliederversammlung dient der Information sowie dem fachlichen und persönlichen Austausch. Dabei ging es u.a. um das neue Ju-Jutsu Prüfungsprogramm, dass Lothar Spielmann, Vizepräsident Breitensport, kurz anriss. Auch die Terminplanung für 2023 wurde besprochen – und zeigt, dass sich die Brandenburger neben vielen Lehrgängen, Fort- und Ausbildungen auch auf neue Nachwuchsturniere freuen können.

Für elf Ju-Jutsuka war das Landesseminar dazu ein krönenden Abschluss: nach sechs Monaten harter Arbeit und über 60 Lehreinheiten haben elf Brandenburger beim Landesseminar noch einmal alles gegeben. Auf ihrem Plan: Arbeit schreiben, Lehrproben zeigen sowie Prüfer Michael Gust, BJJV-Präsident und Heiko Schwarz, Referent Bildung beim BJJV, überzeugen.  Das haben alle geschafft – und damit bestanden. „Alle haben überzeugt und waren mit Begeisterung dabei“, so Heiko Schwarz. Damit begrüßen wir elf neue Trainer C Breitensport und gratulieren von Herzen.

Übrigens: diese Fortbildung zeigte auch, dass Trainer C keine Frage des Alters ist. Die jüngste Teilnehmerin war 17, der älteste Teilnehmer 60 Jahre jung. Wer also mit dem Gedanken spielt: Auch im nächsten Jahr soll eine Fortbildung angeboten werden…

Ein anderes Highlight des Landesseminars war die Trainerfortbildung unter der Leitung unseres Landestrainerteams Frank Gehrke (DOSB Trainer-A Leistungssport) und Jakob Bachmann (DOSB Trainer-B Leistungssport). Sie stellten methodische Ansätze für ein individualisiertes Technikerwerbs- und Anwendungstraining vor. Dabei wurden, unter den Prinzipien einer nichtlinearen Pädagogik verschiedene Möglichkeiten erarbeitet, um möglichst unter reaktiver Einbindung der Übungspartner und Gestaltung realitätsnaher Umgebungsfaktoren
a) im Breitensport Weiterführungs-/ und Gegentechniken und
b) im Leistungssport Handlungskomplexe für Part 1-3 zu erarbeiten.

Unter den Prinzipien des „constraints led approach“ (CLA, frei übersetzt: begrenzen für mehr Freiheit) hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, Trainingssettings für ihre zukünftige Arbeit mit ihren Teilnehmern und Athleten zu entwerfen und auszuprobieren. Damit das gelingt, wurden zuerst die notwendigen theoretischen Inhalte erarbeitet. Dafür wurde in zwei Einheiten in den Schulungsräumen des Sport- und Bildungszentrums Lindow durch unsere Landestrainer die Prinzipien einer nichtlinearen Pädagogik (nach CLA) und damit einhergehenden Organisationsformen und Arbeitsweisen vorgestellt. Anschließend wurden die erarbeiteten Inhalte auf der Matte ausprobiert. So bekamen alle Teilnehmer neue Ideen und Ansätze für die Gestaltung von individualisierten Trainingssettings. Zum Schluss waren sich alle Teilnehmer einig: Das war eine tolle Einheit – und sollte fortgesetzt und ausgebaut werden.

Am Ende gab es noch von BJJV-Präsident Michael Gust einen leckeren Dank an die Referenten. Zuvor gab es bereits eine Überraschung für Heiko Schwarz: Dr. Ivonne Gutschow überreichte ihm ein Dank für seine Unterstützung beim Aufbau einer Trainingsgruppe Ju-Jutsu bei der Bundeswehr.

Und wir? Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr, wenn es wieder heißt: Willkommen zum Landesseminar.


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